Frau Ingrid Just

Jan Dieckmann übergibt den Preis an Ingrid Just
Jan Dieckmann übergibt den Preis an Ingrid Just
Es ist schön zu sehen, dass Menschen sich für Flüchtlinge engagieren, das restriktive System, dem Flüchtlinge unterliegen, gut kennen und dennoch nie die Hoffnung und den Elan verlieren. Eine dieser Personen ist Ingrid Just aus Mülheim an der Ruhr, die sich seit den 80er Jahren stark für die Einzelpersonen einsetzt, die sie betreut.

Frau Just war Mitbegründerin des Flüchtlingsrates in Mülheim und des psychosoziale Zentrum für Flüchtlinge e.V.. Außerdem unterstützt sie die Personen die sich im Kirchenasyl befinden mit Rat und Tat.

Sie schritt zum Beispiel ein, als Familie Kabak, die seit 2001 nach Deutschland floh, abgeschoben werden sollte. Die Ausländerbehörde hatte entschieden Eltern und Tochter zurück in die Türkei zu schicken, obwohl erst noch in einem Gerichtsverfahren endgültig über den Fall entschieden werden sollte. Die Familie tauchte unter, die Polizei suchte nach ihnen um sie abzuschieben, die Lage war aussichtlos. Frau Just und andere entschieden ein Kirchenasyl zu organisieren um die Familie zu schützen. Dank des Kirchenasyls konnten die Familie bis zur Gerichtsverhandlung bleiben – mit positivem Ende: Das Gericht entschied, dass die Ablehnung des Asylantrags falsch sei und eine Rückkehr in die Türkei zu gefährlich. Die Familie konnte in Deutschland bleiben kann und lebt mittlerweile seit 13 Jahren in Mühlheim.

Auch an der Abschaffung des Gutscheinsystems in Mülheim, hatte Frau Just ihren Anteil.Viele Jahre lang erhielten Flüchtlinge kein Bargel sondern mussten in speziellen Geschäften mit Gutscheine für Asylbewerber einkaufen. Ein sinnlose, aufwendiges und diskriminierendes System, war doch bei jedem Einkauf sofort klar, dass es sich bei der Person um Asylsuchende handelt und dieses Person “anders” ist.

Während viele nach jahrelanger Arbeit resignieren ist besonders beeindruckend, dass Frau Just eine Kämpferin gegen Unrecht geblieben ist. „Wir müssen alle mal wieder auf die Straße gehen, um zu zeigen, dass wir mit der Asylpolitik so nicht einverstanden sind!“, erklärte sie noch beim asylpolitischen Forum im letzten Jahr. Dieser Kampfeswillen war mitreißend und ich finde, dass wir mehr Menschen brauchen, die alle damit anstecken etwas an der derzeitigen Situation ändern zu wollen.

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11. – 14. Juni 2017 | Dresden