Gegen die Abschiebung von Yahye Adan Dualle

hier unsere Geschichte:
(Alle Infos gibt es hier)

Auf unserem alljährlich stattfindenden Straßenfest 2010 in der Koblenzer Straße kam eine der damaligen Betreuerinnen von Yahye auf uns zu, um ihm unser Projekt „Musikstudio“ vorzustellen. Kurze Zeit später tauchte Yayhe bei uns im Musikstudio auf, und wir nahmen mit ihm ein paar Songs auf. Alle Mitarbeiter waren von seinem Talent begeistert, und wegen seiner liebenswerten Art schlossen ihn alle ins Herz. Dies noch viel mehr, als er uns seine Geschichte erzählte.
Im Frühjahr 2010 wechselte Yahye seine Einrichtung und zog in einen anderen Stadtteil. Trotzdem kam er regelmäßig weiter zu uns ins Studio. Wir erfuhren von ihm dass er bald nach Polen abgeschoben werden sollte, er konnte sich jedoch nicht vorstellen wieder nach Polen zu gehen. Daraufhin kontaktierten wir seinen Amtsvormund und Rechtsanwalt um uns über Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Dort erfuhren wir, dass er kurz vor der Abschiebung steht und dies alle (Jugendamt/Einrichtung/Anwalt) als unumkehrbar akzeptierten und ihn darin bestärkten diesen Weg doch zu gehen……

Von Yahye selbst allerdings wussten wir, dass er es sich nach seinen sehr schlechten Erfahrungen in Polen auf keinen Fall vorstellen konnte wieder nach Polen zu gehen.

Weil Keiner weitere Möglichkeiten für Yahye in Erwägung zog, beschlossen wir dies zu tun und informierten uns, da wir bis dahin nicht wirklich viel Ahnung von der ganzen Materie hatten. So kam es dazu, dass wir eine Petition beim hess. Landtag einreichten, eine Unterschriftenkampagne starteten und uns immer stärker in den Fall „einmischten“! der Rest ist bekannt das Ende nicht in Sicht….

Lolek & Manuel

Erklärung:

Gegen die Abschiebung von Yahye Adan Dualle
Yahye Adan Dualle, 17 Jahre

Yahye ist noch nicht 13, als er vor der Rekrutierungsbehörde der somalischen Armee flüchtet.
Seine Tante bezahlt einen Schlepper, der ihn bis nach Russland bringt. Dort wird er in einen Lastwagen nach Holland gesetzt, doch seine Reise endet in Polen, wo er Asyl beantragt.
Yahye ist ein Ausnahmetalent als Songwriter und Rapper/Sänger. Rasch beginnt er ein Netzwerk aufzubauen und Produzenten werden auf ihn aufmerksam. So gerät er ins Visier einer Rechten Szene. Nazis bedrohen ihn und legen ihm Nahe, „keine Black-Music in Polen“ zu verbreiten. Als Yahye sich hilfesuchend an seine Produzenten wendet, distanzieren diese sich von ihm. Er fühlt sich nicht mehr sicher und flieht nach Deutschland, muss all seine Musik, seine Arbeit und Habe dort zurücklassen.
In Frankfurt findet er Menschen, die sich für ihn einsetzen und ihm die Stadt näher bringen. Ein Angebot, das er ohne zu zögern aufgreift. Schnell lernt er hier die unterschiedlichsten Menschen und Initiativen kennen und begeistert alle durch seine Offenheit, seine Freundlichkeit und sein Talent.
Seit fast einem Jahr arbeitet er unter dem Namen „YAXI YAX“ zusammen mit Musikern und Produzenten im Musikstudio der Stadtteilinitiative Koblenzer Straße e.V. an seiner Musik und thematisiert darin u.a. seinen Weg nach Frankfurt. Das neuste Lied von ihm heißt „City of success“ und ist eine Hommage an die Stadt Frankfurt, in der Yahye sich seit langem endlich mal wieder sicher und Zuhause fühlt. Das Lied und einige weitere werden beim 7. Straßenfest der SIKS e.V. am 13.8.2011 erstmals aufgeführt und auch das neue Musikvideo zu seinem Frankfurt Song soll an diesem Tag gezeigt werden.
Es ist verblüffend, wie jemand, der materielle Armut, Bürgerkriegszustände, Neonaziterror, Flucht und kreative Frustration in seinen jungen Jahren erlebt hat, trotzdem zu keinem Zeitpunkt sein Ziel aus den Augen verliert und Track für Track gegen Hass andichtet, Beziehungen stiftet und zwischen den Kulturen vermittelt. Er ist eine künstlerische und soziale Inspiration für viele Leute.
Nun droht ihm die Abschiebung in den so genannten sicheren Drittstaat Polen, den er mehr fürchtet als sein Herkunftsland Somalia, in dem sich zurzeit die größte Hungerskatastrophe seit 60 Jahren abzeichnet.
Wir brauchen Yahye hier. Nicht weil er es mehr verdient hat zu bleiben als andere, sondern weil er die feste Absicht hat, diese Stadt zu Gunsten der Menschen, die in ihr leben, mitzugestalten.
Es kann einfach nicht sein, dass ein junger Mensch, der nach einem langen Weg endlich angekommen zu sein schien, nun alleine in eine ungewisse, ja lebensbedrohliche Zukunft geschickt werden soll!

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11. – 14. Juni 2017 | Dresden