Initiativenpreis 2013

Auch dieses Jahr hat sich JoG wieder auf die Suche nach selbstorganisierten Initiativen gemacht, die sich in ihrem Altag gegen Rassismus einsetzen und gegen drohende Abschiebung und für die Rückkehr ihrer Mitmenschen einsetzen

Den Initiativpreis 2013 erhalten dieses Jahr:

  • Initiative für ein Bleiberecht für Fabiola Cruz und ihre Familie
  • Die Schulklasse von Fabiola Cruz aus Honduras die seit 2006 in Deutschland geduldet ist, kämpft gegen die Abschiebung Ihrer Mitschülerin. Mit mehreren Aktionen protestierten sie und machten auf die Situation von der Familie Cruz aufmerksam. So organisierten ihre Mitschüler von der Max-Brauer-Schule aus Hamburg am 3.Dezember letzten Jahres eine große Demonstration gegen die Abschiebung ihrer Klassenkameradin. Zudem gingen 24 Mitschüler von Fabiola zur Ausländerbehörde um für Fabiola und ihre Familie ein Bleiberecht einzufordern. Demonstration, Öffentlichkeitsarbeit bei Facebook führten dazu dass die Härtefallkomission von Hamburg für Bleiberecht für die Familie Cruz entschieden hat.

  • Initiative für die Rückher von Anuar Naso und seinem Vater
  • Am 01. Februar 2011 wurde der damals 15-jährige Anuar Naso aus Hildesheim zusammen mit seinem Vater von der restlichen Familie (Mutter, Schwester Schanas, weitere ältere Geschwister) getrennt und gewaltsam nach Syrien abgeschoben, wo beide inhaftiert und misshandelt wurden. Seitdem kämpft die Schwester Shahnas Naso für die Rückkehr ihres Bruders und Vaters Bedir Naso. So startete sie eine Onlinepetition uns sammelte ca. 18.000 Unterschriften. Ein Tag vor den Landtagswahlen hat sie den niedersächsischen Ministerpräsident David Mc.Allister getroffen und ihm die Unterschriften übergeben. Der Fall wurde heiss diskutiert. Der Protest hat sich gelohnt: denn der neue Innenminister von Niedersachsen hat für die Rückkehr von Anuar und seinem Vater zugesagt.

  • Initiative gegen die Abschiebung von Ayodele Madaiyese
  • Zweieinhalb Jahre sind seit dem Tag vergangen, an dem der Nigerianer Ayodele Madaiyese in Hamburg ankam. Bis Mitte Januar sollte er Deutschland verlassen. Sonst wird er abgeschoben. Als Ayodele von seiner drohenden Abschiebung erfuhr, fragte er seinen Klassenlehrer an der Nelson-Mandela-Gesamtschule im Stadtteil Wilhelmsburg um Rat. Gemeinsam erzählten sie der ganzen Klasse von dem Brief der Behörde. Die Schüler beschlossen, sofort etwas zu unternehmen. Sie begannen noch im Unterricht damit, eine Facebook-Seite mit dem Titel „Gegen die Abschiebung von Ayodele Madaiyese“ aufzubauen die von 9000 Menschen „geliked“ wurde und baten all ihre Freunde in dem sozialen Netzwerk um Unterstützung. Seine Klasse ist auch dabei, eine Demo zu organisieren, Lehrer und Schüler haben die Härtefallkommission angeschrieben. Die Proteste gingen solange bis Ayodele in Deutschland bleiben durfte.

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11. – 14. Juni 2017 | Dresden